Karl Geyer

Geboren 24.03.1899 – † 21.02.1988

Karl Geyer

Trainer bei SV Donau 01.01.1934-30.06.1934, übernahm im Frühjahr 1934 kurzzeitig die Betreuung des Erstliganeulings, konnte jedoch den sofortigen Wiederabstieg nicht verhindern.

Spieler

1914 SC Donaustadt
1919 Wiener AC bzw. FK Austria Wien
1928 Karriereende

Länderspiele für die Nationalmannschaft: 17 (1921-1928)

Trainer

1928 Wiener AC
1934 SV Donau
1934-1935 Wacker Wien
1935-1937 SC Diana
1938 SK Brann Bergen (Norwegen)
1945 FK Austria Wien
1955-1956 österreichische Nationalmannschaft

Geyers Stammverein war der SC Donaustadt, für den er ab 1914 spielte. Die Donaustädter aus der Brigittenau waren zu dieser Zeit einer der führenden Vereine der zweiten Klasse. Während der Kriegsjahre war Geyer als Soldat an der Isonzofront eingesetzt.

1919 wechselte der Außenläufer zum erstklassigen Wiener AC, wo er jedoch nur eine Saison lang blieb und danach dem Wiener Amateur-SV beitrat. Die damaligen Transferbestimmungen sahen bei einem Wechsel eine Wartezeit von sechs Monaten vor, die Amateure wollten den Spieler jedoch bei einem Spiel in der Schweiz einsetzen und meldeten ihn – unter Anspielung auf seinen Nachnamen – als „Vogerl“ an, wodurch Geyer zu seinem Spitznamen kam, der ihn auch weiter begleiten sollte. Geyer blieb bis 1928 beim mittlerweile in FK Austria Wien umbenannten Verein, ehe er sich in einem Spiel gegen die Vienna bei einem Zusammenstoß mit Friedrich Gschweidl eine Knieverletzung zuzog, die seine aktive Karriere so gut wie beenden sollte.

Durch sein frühes Karriereende schlug Geyer schon bald die Trainerlaufbahn ein und übernahm seinen ehemaligen Verein WAC, wo er sich nach seiner Genesung fallweise auch noch selbst aufstellte. Mit der Pratermannschaft gelang 1931 der Sieg im ÖFB-Cup, der in dieser Saison als so genannter Wintercup im Meisterschaftsmodus ausgetragen wurde. Danach war er bis März 1935 beim SC Wacker Wien tätig, ehe er den Wiener Amateurverein SC Diana übernahm und 1937 in die höchste Amateurspielklasse führte. Im selben Jahr übernahm er von Rudolf Seidl das Präsidentenamt der Spielerunion, einer Interessensvertretung der Berufsspieler. Nach dem Anschluss 1938 ging Geyer, der mit einer Jüdin verheiratet war, zunächst nach Norwegen, wo er Brann Bergen betreute, kehrte aber nach einem Jahr wieder nach Wien zurück und übernahm das Training bei der Austria, die er während der Kriegsjahre inoffiziell betreute.

Geyer war auch erster offizieller Trainer der Violetten nach Kriegsende, gab den Posten jedoch schon bald an Wudi Müller ab. Danach wurde er Jugendreferent beim ÖFB, wo er die österreichischen Fußballjunioren zu Siegen bei den internationalen Juniorenturnieren 1950 und 1957 führte. Weiters war er ab 1948 Vorsitzender des Toto-Komitees. Im September 1955 wurde Geyer vom ÖFB mit dem Posten des Bundeskapitäns betraut und war gemeinsam mit dem Bundestrainer Josef Molzer für die Nationalmannschaft verantwortlich. Geyer übte dieses Amt bis zu seinem Rücktritt im April 1956 aus, während dieses Zeitraums wurden fünf Spiele ausgetragen, wobei man zwei Siege und drei Niederlagen verzeichnen konnte.